Was bedeutet sterilität? Welche paare mit unerfülltem kinderwunsch sollten sich beraten oder behandeln lassen

Paylaş:

Eine Sterilität liegt vor, wenn nach einem Jahr, in dem ein Paar regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte, keine Schwangerschaft eingetreten ist. Dieser Zeitraum wurde gewählt, da in einer Population gesunder Paare, die keine Verhütungsmethode betreiben und regelmäßig Geschlechtsverkehr haben, annähernd 20-25% der Frauen nach einem Monat und über 50% nach sechs Monaten schwanger sind.

Als Schlussfolgerung sollten sich Paare, deren Kinderwunsch nach 12 Monaten, in denen sie regelmäßig ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten, unerfüllt geblieben ist, sich in einem speziellen Zentrum beraten bzw. behandeln lassen.

Grundprinzip der künstlichen befruchtung
Das Prinzip der künstlichen Befruchtung (IVF: In Vitro-Fertilisation) lässt sich kurz wie folgt beschreiben:

Nach einer hormonellen Stimulation der Eierstöcke werden Eizellen  aus den Eierstöcken der Frau entnommen und in einem Gefäß (Reagenzglas) mit den Spermien des Ehemannes zusammen gebracht. Die Spermien befruchten die Eizelle und die so entstandenen Embryonen werden in die Gebärmutter zurückgegeben. Im Idealfall wachsen die Embryonen in der Gebärmutter an und es resultiert eine Schwangerschaft.
Sowohl bei Grunderkrankungen der Frau wie beispielsweise die Endometriose, Autoimmunerkrankungen, als auch bei Grunderkrankungen des Mannes, sowie bei unbekannter Ursache des unerfüllten Kinderwunsches, kommt die künstliche Befruchtung erfolgreich zum Einsatz.

Die künstliche Befruchtung wird in vier Schritten durchgeführt:

  • Die Eizellreifung: Die Eierstöcke werden mittels einer hormonellen Therapie zur Produktion mehrerer Eizellen angeregt.
  • Die Eizellgewinnung: Die Eizellen werden ultraschallgesteuert unter Lokalanästhesie aus den Eierstöcken entnommen.
  • Die Eizellbefruchtung:In einem Speziallabor werden die aus den Eierstöcken der Frau entnommen Eizellen mit den Spermien des Ehemannes zusammengebracht.
  • Embryotransfer: Die im Labor gewonnenen Embryonen werden mittels eines Katheters in die Gebärmutter zurückgegeben

Faktören zur erhöhung der erfolgsaussicht bei der IVF 

Assisted hatching – die schlüpfhilfe

Assisted Hatching ist ein Verfahren zur Erleichterung der Einnistung des gewonnen Embryos.
Die Eizelle ist von der Zona pellucida (Glashaut), einer festen Umhüllung umgeben. Nachdem der Embryo in die Gebärmutterhöhle gebracht worden ist, teilen sich die Zellen des Embryos  zunächst innerhalb dieser Umhüllung. Ist eine bestimmte Größe erreicht, verlässt der Embryo die Zona pellucida, um sich in die Gebärmutter einnisten zu können, d.h. der Embryo „schlüpft“ (englisch: hatching).

Mittels Assisted Hatching (englisch für „die Schlüpfhilfe“) wird versucht, dem heranwachsenden Embryo das Verlassen der Zona pellucida zu erleichtern. Dazu kommen verschiedene
Methoden zum Einsatz:

Vor dem Embryotransfer wird die Zona pellucida mechanisch mit einer Glasnadel angeritzt oder mit einem Laser ausgedünnt oder chemisch enzymatisch mit einer Tyrode-Lösung ausgedünnt.
In unserem Zentrum kommt die Laser-Methode, welche die sicherste Technik darstellt, zum Einsatz. Der Defekt, der in der Umhüllung erzeugt wird, kann sehr gezielt eingesetzt werden. Außerdem verspricht die Methode eine geringe Belastung der Patientinnen, da sie einen geringen Zeitaufwand und eine leichte Durchführbarkeit aufweist.
Assisted Hatching wird durchgeführt bei älteren Frauen (über 35 Jahre), bei mikroskopischem Nachweis einer überdurchschnittlich dicken Zona pellucida (über 15µm), bei wiederholt erfolglosem Versuch einer künstlichem Befruchtung und bei eingefrorenen und wieder aufgetauten Embryonen (sogenanntem Krytotransfer).

İst die laser-methode nur bei älteren frauen sinnvoll?

Assisted Hatching mit der Laser-Methode wird auch unabhängig vom Alter der Frau bei mikroskopischem Nachweis einer überdurchschnittlich dicken Zona pellucida und bei wiederholt erfolgloser IVF- und ICSI- ( intrazytoplasmatische Spermieninjektions- ) Therapie durchgeführt. Mit Hilfe dieses Verfahrens konnten in zahlreichen Fällen beim dritten, vierten oder sogar neunten Therapieversuch, Schwangerschaften und Geburten gesunder Kinder erreicht werden.

Neben der Verbesserung der Einnistung des Embryos, führt die Laser-Methode auch zu einer Entfernung von toxischen Stoffen aus dem Embryonalgewebe bevor der Embryo in die Gebärmutterhöhle gebracht wird.

Blastozystentransfer
Nach der Befruchtung teilt sich die Eizelle innerhalb der Zona pellucida, so dass am 2. Tag über das sogenannte 2-Zell-Stadium das 4-Zell-Stadium erreicht wird. Während bei der klassischen IVF-Therapie der Transfer der Embryonen in die Gebärmutterhöhle in diesem Stadium stattfindet, erreicht die befruchtete Eizelle bei einer auf natürlichem Wege entstandenen Schwangerschaft die Gebärmutterhöhle erst am 5. Tag nach der Befruchtung als vielzellige Blastozyste. Für dieses Blastozystenstadium konnte eine erhöhte Rate der Einnistung der Embryonen nachgewiesen werden.
Anders als bei der klassischen IVF-Therapie werden die Embryonen beim sogenannten Blastozystentransfer 5 Tage lang in einem Spezialmedium kultiviert, um das Blastozystenstadium der embryonalen Entwicklung zu erreichen. Für die Behandlung mit Blastozystentransfer konnte eine Erhöhung der Schwangerschaftsrate gezeigt werden.

Vor allem kommt der Blastozystentransfer im Rahmen des sukzessiven Transfers zum Einsatz. Bei diesem Verfahren, das zum ersten Mal in Singapur durchgeführt wurde, werden nach einem klassischen Embryotransfer am zweiten Tag nach der Befruchtung, die restlichen Embryonen in einem Spezialmedium fünf Tage lang kultiviert, um das Blastozystenstadium zu erreichen. Anschließend wird am sechsten Tag, wenn die Embryonen das Blastozystenstadium erreicht haben, zusätzlich zum klassischen Embryotransfer ein Blastozystentransfer durchgeführt. Der sukzessive Transfer verspricht eine deutlich erhöhte Schwangerschaftsrate einerseits, sowie einen Rückgang der Rate an Fehlgeburten im Rahmen des alleinigen Blastozystentransfers andererseits.

Co-culture – Autologe mitkultivierung
Bei dieser Methode werden die Embryonen anstelle der oben genannten synthetischen Kulturmedien in speziell  aus Zellen der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium)angefertigten Medien kultiviert. Dazu wird zwischen dem 20. Und 23. Zyklustag der Menstruation von der Gebärmutterschleimhaut  der Patientin eine Biopsie entnommen. Anschließend wird die Probe im Labor gereinigt und aufgearbeitet. Die Zellen aus dem Endometrium werden zusammen mit den Embryonen kultiviert. Deshalb wird das Verfahren „autologe Mitkultivierung (englisch: Co-Culture) genannt. Mit diesem Verfahren reift die befruchtete Eizelle entsprechend dem Naturprozess auf endometrialem Gewebe heran. Besonders  in Fällen von wiederholten Fehlversuchen und schlechter Embryoqualität verspricht diese Methode eine Erhöhung der Schwangerschaftsrate.

Unsere kinderwunschklinik
Unsere erfahrene Arbeitsgruppe besteht aus Fachärzten der Gynäkologie und Urologie, Krankenschwestern aus diesen Bereichen, sowie Biologen und Humangenetikern. In Zusammenarbeit bieten wir jeweiligen Partnern mit unerfülltem Kinderwunsch zielstrebig die aus dem breiten Therapiespektrum passendste Behandlungsform gemäß den aktuellen Leitlinien an.
Durchschnittliche Dauer einer IVF-Therapie beträgt vom Behandlungsbeginn bis zum positiven Schwangerschaftstest ungefähr ein Monat. Ferner betreut unsere Klinik auch Patienten/-innen aus dem Ausland. Dazu bieten wir gerne Unterstützung in Fragen wie Beratung, Transport vom Flughafen in unsere Klinik, Unterkunft während des Behandlungszeitraumes, Finanzierung, sowie eine erleichterte Terminvereinbarung und Therapieplanung an. Ziel unserer Arbeitsgruppe ist es unseren Patienten/-innen aus dem Ausland eine Ihren Anforderungen entsprechende Versorgung und Betreuung anzubieten, so dass sie sich während der Behandlung sicher und wohl wie in der eigenen Heimatstadt fühlen können.

Mitarbeiter unserer Klinik, darunter Ärzte, Krankenschwestern und Berater versprechen eine vertrauensvolle und gewissenhafte Betreuung während des gesamten Therapiezeitraumes.

Paylaş:
Siz Yorumlayın Doktorumuz Cevaplasın
Benzer Yazılar